Autogenes Training

Wer die Ruhe selbst ist und sich einfach wohl und zufrieden fühlt, braucht sich keine Sorgen um sich und seinen Stresshaushalt zu machen. Davon sind aber nur wenige Menschen betroffen. Die meisten von uns haben nicht so viel Glück und sollten sich mehr um sich selbst kümmern und lernen sich zu entspannen. Eine Methode ist das Autogene Training. Wie auch die PMR ist das AT in unserer westlichen Welt die am weitesten verbreitete und erforschte Methode um dem Stress Einhalt zu gebieten.

Autogenes Training zum Stressabbau

Um Stress abzubauen braucht es Phasen der Regeneration. Sind diese nicht gegeben, wird immer mehr Stress aufgebaut und irgendwann läuft das Fass dann über. Krankheiten können die Folge sein. Stress ist aber nicht nur schlecht. Stress kann uns zu Höchstleistungen anfeuern. Kurzfristig kann Stress:

  • die Konzentration erhöhen
  • der erhöhte Blutdruck lässt mehr Sauerstoff und Nährstoffe durch unseren Körper fließen
  • durch die verstärkte Durchblutung kann das Blut schneller durch unsere Adern fließen
  • und es werden vermehrt Hormone wie Adrenalin ausgeschüttet.

Erholungsphasen und Dauerstress

Es bedarf aber Erholungsphasen, die wichtig sind um weiterhin gesund zu bleiben. Diese dienen der:

  • Muskelentspannung
  • Das die Atemfrequenz wieder abnimmt
  • Die Gefäße sich wieder erweitern
  • Und der Blutdruck wieder gesenkt wird.

Bleiben die Erholungsphasen aus, erfolgt eine Überforderung durch Dauerstress und psychosomatische und auch körperliche Probleme können auftreten. Diese können sich wie folgt zeigen:

  • Zu hoher Blutdruck bis hin zum erhöhtem Herzinfarktrisiko
  • Schwitzen und Schwindelanfälle
  • Kopfschmerzen bis Migräneanfälle
  • Chronische Müdigkeit und Schlafstörungen
  • Vor allem nächtliches Zähneknirschen
  • Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich
  • Diverse Angstgefühle, Depressionen und Burn – out

Was ist Entspannug?

Zu deiner persönlichen Entspannung gehört alles, was dir gut tut! Du kennst dich am besten und weist ob du mehr Bewegung benötigst, gern liest, schreibst, malst oder angelst… Wenn du dich im Laufe der Zeit aber „verloren“ hast und nicht mehr weist, was dir eigentlich gut tut, finden wir das gemeinsam heraus.

 

Hier möchte ich dir aber das Autogene Training vorstellen. Beim AT geht es um Suggestion. Das heißt, um beeinflussen und zwar dich selbst. Durch dieses „dich selbst beeinflussen“ kannst du körperliche und seelische Entspannung hervorrufen. Bei den verschiedenen Übungen werden verschiedene Formeln unterstützend eingesetzt, die natürliche Körperreaktionen hervorrufen. Es gibt nur eine Voraussetzung: DU musst es wollen!

 

Erfunden wurde das Autogene Training vom Psychiater und Psychotherapeut Johannes H. Schultz (1884 – 1970). Er arbeitete vor allem erfolgreich mit Patienten, die unter psychosomatischen Beschwerden litten und nutzte dazu die Hypnose. In diesen Sitzungen berichteten seine Patienten von Schwere- und Wärmeempfinden. Daraus folgerte er, dass diese Empfindungen auf die Entspannung der Muskulatur und der Gefäße Einfluss haben und damit die Psyche entlastet. Also, auf die körperliche Entspannung folgt auch eine psychische Entspannung!

Wie autogenes Training wirkt

Durch Autogenes Training löst du natürliche Entspannungsreaktionen in deinem Körper aus. Du fühlst dich dadurch ruhig und entspannt. Das führt wiederum zu einer mentalen Entspannung. AT wirkt auf der physischen und der psychischen Ebene.

physische ebene

  • Muskuläre Verspannungen nehmen ab
  • Körpertemperatur steigt und Durchblutung wird erhöht
  • Herzfunktion und Blutdruck werden gesenkt
  • Die Atemfrequenz nimmt ab
  • Die Verdauung wird optimiert
  • Die Blutfettwerte und Cholesterin werden reduziert
  • Uvm.

psychische ebene

  • Der Kopf wird frei und das Abschalten fällt immer leichter
  • Gefühle und Stimmungsschwankungen werden harmonisiert
  • Ängste und Depressionen nehmen ab
  • Mehr Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit im Alltag sind die Folge
  • Bessere Konzentration und Merkfähigkeit treten auf
  • Die Fantasie und Vorstellungskraft wird gefördert

Es gibt aber einiges zu beachten. Autogenes Training solltest du:

anwenden

  • Zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge
  • *Bei körperlichen und psychischen Belastungen und Beschwerden
  • Bei Nervosität und innerer Anspannung
  • Leistungs- und Verhaltensproblemen
  • *Zum Abbau psychosomatischer Störungen
  • *Körperliche Funktionsstörungen
  • *Belastungen durch Schmerzen
  • Persönliche Probleme
  • Optimierung von Erholungsphasen
  • *(in Absprache mit deinem Arzt und Therapeuten!)

nicht anwenden

  • Psychische Störungen und jegliche schwere und akuten Psychosen
  • Bei allen psychosomatischen Störungen  wie Herz – Kreislauf – Problemen ist immer der Arzt der erste Ansprechpartner!!!
  • Bei eingeschränkter Fähigkeit zum selbstständigen Lernen
  • Wenn DU es eigentlich nicht willst!
  • Solltest du regelmäßig Medikamente einnehmen musst du deinen Arzt um Zustimmung konsultieren!

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